{"id":1593,"date":"2020-12-09T04:10:20","date_gmt":"2020-12-09T04:10:20","guid":{"rendered":"https:\/\/bobart.ch\/bobart\/?p=1593"},"modified":"2021-04-17T09:47:42","modified_gmt":"2021-04-17T09:47:42","slug":"joeoeoemerli-naaai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bobart.ch\/bobart\/joeoeoemerli-naaai\/","title":{"rendered":"J\u00f6\u00f6\u00f6merli naaai!"},"content":{"rendered":"\n<p>Meine Reise geht weiter mit Denise, ebenfalls eine Studentin, die ich in&nbsp;Kapstadt kennen gelernt habe. Sie stammt aus der Region Basel und&nbsp;kommentiert alles Ulkige mit dem Ausruf &#8222;J\u00f6\u00f6\u00f6merli naaai!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Tag verbringen wir in Johannesburg, einst einer der gef\u00e4hrlichsten&nbsp;Orte \u00fcberhaupt, war hier doch bis vor wenigen Jahren die Zahl der&nbsp;Mordopfer h\u00f6her als die Zahl der Verkehrstoten. Inzwischen hat sich die&nbsp;Lage etwas gebessert, es wird jedoch weiterhin davon abgeraten, zu Fuss&nbsp;unterwegs zu sein &#8211; selbst tags\u00fcber. So sitzen wir im Taxi hinter get\u00f6nten&nbsp;Scheiben und verriegelten T\u00fcren und lassen uns durch die kaum&nbsp;befussg\u00e4ngerten Strassen an den doppelt und dreifach vergitterten&nbsp;H\u00e4usern vorbei chauffieren. Wer will denn so leben?! &#8222;J\u00f6\u00f6\u00f6merli naaai!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>In Mauritius bietet sich zwei Tage sp\u00e4ter ein total anderes Bild. Hier&nbsp;tummeln sich Krethi und Plethi auf den engen Strassen; ein buntes&nbsp;Durcheinander aus Fussg\u00e4ngern, Fahrr\u00e4dern, \u00fcberladenen Mopeds,&nbsp;Autos, Bussen, sowie Hunden, Rollstuhlfahrern und Joggern.&nbsp;Sicherheitslinien sind wohl nur dazu da, um die allgemeine Richtung der&nbsp;Strasse anzuzeigen. Wegen schlechten Wetters (&#8222;J\u00f6\u00f6\u00f6merli naaai! Es&nbsp;saicht graad aabe!&#8220;) mieten wir ein Auto und kurven eine ganze Woche&nbsp;lang auf der Insel rum, von einem Schlagloch via Pf\u00fctze ins n\u00e4chste. Mir&nbsp;tut unser Auto leid.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Insel ist nicht nur optisch, sondern auch kulturell ein Mischmasch. Die&nbsp;Leute sehen indisch aus, reden franz\u00f6sisch oder kreolisch, und fahren&nbsp;links wie die Engl\u00e4nder. Ich bin ob des starken indischen Einflusses&nbsp;einigermassen \u00fcberrascht. Kein Radiosender, der nicht dieses &#8211; sorry &#8211;&nbsp;Gedudel bringt, kein Fernsehsender ohne Bollywood, kein Restaurant&nbsp;ohne Curry.<\/p>\n\n\n\n<p>In der zweiten Woche geben wir unser Auto ab, ziehen von der&nbsp;ameisenbev\u00f6lkerten Traveller-Unterkunft zwischen Tank- und Baustelle in&nbsp;ein zivilisiertes Hotel am Meer und hoffen auf besseres Wetter. Das dann&nbsp;auch tats\u00e4chlich eintrifft. Sogar der Musikstil wird ein anderer. Nach&nbsp;stundenlangem Sonnen- und Im-Bisi-warmen-Meer-Baden h\u00f6ren wir nach&nbsp;dem Abendessen jeweils die &#8222;neuesten&#8220; Songs der 80er Jahre. Rick&nbsp;Astley l\u00e4sst gr\u00fcssen &#8211; &#8222;J\u00f6\u00f6\u00f6merli naaai!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Reise geht weiter mit Denise, ebenfalls eine Studentin, die ich in&nbsp;Kapstadt kennen gelernt habe. 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