{"id":1599,"date":"2020-12-09T03:40:37","date_gmt":"2020-12-09T03:40:37","guid":{"rendered":"https:\/\/bobart.ch\/bobart\/?p=1599"},"modified":"2020-12-19T10:21:07","modified_gmt":"2020-12-19T10:21:07","slug":"leute-von-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bobart.ch\/bobart\/leute-von-heute\/","title":{"rendered":"Leute von heute"},"content":{"rendered":"\n<p>Juhuuu, Gotti, G\u00f6tti und Tante werden mich besuchen! Wie ich mich freue!&nbsp;Nicht nur auf die Tatsache, dass ich jemandem &#8222;mein&#8220; Cape Town zeigen&nbsp;kann, sondern auch auf das Zusammensein mit einer &#8222;\u00e4lteren Generation&#8220;.&nbsp;Die letzten Monate waren bei allem Spass manchmal doch etwas&nbsp;anstrengend, denn die oftmals erst 20-j\u00e4hrigen Sprachschulstudenten&nbsp;pflegen einen anderen Lifestyle als meinereiner&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Kann mir jemand erkl\u00e4ren, warum es sieben SMS und vier Anrufe braucht&nbsp;um ein Treffen zu arrangieren? Fr\u00fcher (ich weiss, ich t\u00f6ne alt) beschloss&nbsp;man, sich n\u00e4chsten Sonntag um eins vor dem Caf\u00e9 zu treffen. Und dann&nbsp;war man am n\u00e4chsten Sonntag um eins vor dem Caf\u00e9. So einfach. In der&nbsp;Handy-Welt von heute braucht es unz\u00e4hlige Mitteilungen um erst zweimal&nbsp;den Ort zu wechseln und dann dreimal die Zeit zu verschieben. Wartet&nbsp;man endlich gem\u00e4ss letztem SMS um halb drei vor dem Eingang des&nbsp;Supermarkts, steht man sich die Beine in den Bauch, weil die Jungen sich&nbsp;trotz allem versp\u00e4ten &#8211; allerdings ohne dies erneut mitzuteilen, denn&nbsp;inzwischen ist das Handy-Guthaben aufgebraucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Per Taxi in 20 Minuten zum Botanischen Garten? W\u00e4re durchaus m\u00f6glich,&nbsp;aber es geht auch anders. Man kann zuerst ein kurzes halbes St\u00fcndchen&nbsp;zum Bus-Bahnhof spazieren, per Minibus in 45 Minuten nach Claremont&nbsp;fahren, da in ein Taxi umsteigen, das einen in nur noch 10 Minuten zum&nbsp;angesteuerten Garten f\u00e4hrt. Man spart so vier Franken.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst das Nachhausegehen nach dem abendlichen Ausgang ist jeweils&nbsp;nicht ganz unkompliziert. WIRKLICH jetzt schon? Den ganzen Abend war&nbsp;nicht viel los, aber vielleicht ist es ja in einem anderen Club DOCH noch&nbsp;lustig. Wo soll man hin? Fez Club? Zu teuer. Cubana? Zu weit weg.&nbsp;Dubliner&#8217;s? Zu langweilig. Hierbleiben? Nein&#8230; Ich lasse dann sch\u00fcchtern&nbsp;verlauten, dass ich ein Taxi nach Hause bestelle und frage, wer alles&nbsp;mitkommt. Ich! Ich&#8230; ok, ich auch. Bis der Wagen da ist, haben meine drei&nbsp;Mitfahrerinnen wieder zu diskutieren begonnen, nicht ohne in leichter&nbsp;Unentschlossenheit das Taxi dann zehn&nbsp;Minuten auf offener Strasse warten&nbsp;zu lassen. Schliesslich sitze ich allein auf dem R\u00fccksitz, atme tief durch,&nbsp;grinse vor mich hin und geniesse die wunderbare Stille, w\u00e4hrend mich der&nbsp;Chauffeur durchs n\u00e4chtliche Kapstadt nach Hause f\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>(Alle Angaben ohne \u00dcbertreibung.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juhuuu, Gotti, G\u00f6tti und Tante werden mich besuchen! 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